In TRAIL vor genau 10 Jahren …

18. März 2024 •

Vor genau 10 Jahren, in unserer Ausgabe #3/2014, waren wir für euch in den Dortmunder Westfalen Hallen bei einem bis heute einzigartigen INDOOR TRAIL und sprachen mit PABLO VIGIL, der in den 1970er und 1980er Jahren mehrfach Sierre Zinal souverän gewann ...

Wir brauchen mehr Liebe!

Pablo vigil ist bekannt durch seine Siegesserie beim Skyrace Sierre Zinal zu Beginn der 1980er Jahre und aktuell durch eine Filmdokumentation in der er gemeinsam mit Kilian Jornet als lebende Legende durch die Berge Colorados läuft.

Du hast das internationale Skyrace in Sierre Zinal von 1979 bis 1982 gewonnen! Wie war das damals? Kam das überraschend und wie waren die Reaktionen auf einen Amerikaner, der Europa aufmischt?

Obwohl ich alt bin, kann ich mich an jeden einzelnen Sieg gut erinnern. 1979 kam ich dank des amerikanischen Berglauf-Pioniers Chuck Smead, der das Rennen bereits 1977 gewinnen konnte, mit nach Europa. Bei meinem ersten Sieg konnte ich den Streckenrekord um ganze 4 Minuten unterbieten. Damals dachte ich, es wäre Anfängerglück, aber das änderte sich mit den späteren Siegen.
Irgendwann wusste ich, dass andere Läufer nur schneller sein können, wenn sie auch härter als ich an ihrer Form arbeiten. Nach dem vierten Sieg wusste ich, dass es Zeit ist zu gehen – die Leute wollten auch einen neuen Sieger sehen. Ich konnte das gut verstehen.
In Europa wurde ich als Held gefeiert und nach meiner Rückkehr in die USA fühlte ich mich mehr als Hund. Im eigenen Land ein Held zu sein, ist immer sehr schwer.

Was ist denn der Unterschied zwischen den Elite-Läufern von damals und heute?

Ich denke, dass Veränderungen gut und wichtig sind im Sport; aber viele der heutigen Athleten suchen nach dem schnellen Glück, Erfolg und Ansehen. Sie wollen Erfolg, ohne dabei die Arbeit und das Training dafür in Kauf zu nehmen. Man muss von den Alten lernen und Ratschläge annehmen. Laufen ist sehr einfach und der Minimalismus dabei ist sehr wichtig. Es gibt tolle, neue Technologien und Produkte, aber viele denken, sie bräuchten das alles, um glücklich zu sein. Am Ende hängt das Glück, das wir suchen mit dem Erfolg zusammen und um Erfolg zu haben, muss man verzichten können, trainieren und arbeiten.

Trail-Running ist heute eine Industrie, eine Markt. Was denkst du darüber?

Ich denke, dass die Sponsoren ihren Athleten mehr geben sollten. Vor allem die Top-Läufer brauchen Unterstützung, um zu reisen und gut zu trainieren. Ich war damals glücklich, dass NIKE mein Sportleben unterstüzte, aber ich lebte auch hart an der Kante und das war nicht immer leicht. Ich wählte dieses Leben und war immer froh darüber.

Was sind deine persönlichen Wünsche für die Zukunft?

Eine bessere Welt für uns alle. Wir haben diese eine Welt und vermutlich zu viele Leute in wichtigen Positionen, die zu egoistisch und eigennützig sind. Jeder von uns kann seine Umwelt verbessern – wir brauchen einfach mehr Liebe auf dieser Welt!
Es liegt an uns etwas zu tun!

Pablo Vigil

Alter 62 Jahre
Colorado/USA
Wohnort: Loveland
Beruf: Lehrer

  • 4 Siege Zierre Zinal
    Skyrace (1979–1982)
    Dreifacher Sieger
    Cleveland Marathon
    Weltmeister Berglauf
    1980 (Team)

Komm rein – lauf dich frei!

Die Dortmunder Westfalen Hallen waren bereits zum drittenmal
Spielfeld einer einzigartigen Veranstaltung: dem ecco Indoortrail.

Von wegen „Same procedure…“ Beim dritten ECCO Indoortrail ging es zwar auch in diesem Jahr wieder auf einem knapp 1,3 km langen Rundkurs durch die Dortmunder Westfalenhallen. Doch die Streckendesigner hatten aufgerüstet. Die Strecke war noch verwinkelter, noch anspruchsvoller. Nicht nur die noch höheren Erdhügel in Halle 1 forderten die über 3000 Trailrunner an den drei Tagen. Wie schon in den vergangenen Jahren rannten sie in Einzelstarts, in Staffeln, und im beliebten Familienlauf durch einen Tannenwald, eine Matschkurve, sprangen über Strohballen und legten sich in zahlreiche Steilkurven. Während die ganz kleinen nach Altersgruppen sortiert im Schulrennen lachend über die Strecke gestürmt waren, nahm auch ein über 80-jähriger im Einzelrennen teil. Allerhand Animation, Aussteller mit den neuesten Testprodukten und eben die vielen neuen Hindernisse machten den diesjährigen ECCO Indoortrail wieder zu einem Erfolg. Das galt auch für Florian Reichert (Team Arc’teryx) aus Göttingen, der erneut alle drei Tagessiege und den Gesamtsieg verbuchen konnte. Auch die Iserlohnerin Sonja Vogt verteidigte ihren Gesamtsieg erneut, wenngleich nach längerer Verletzungspause nicht ohne Mühe. Am Ende, da waren sich aber alle einig, ging es vor allem um den Spaß an der Strecke und um die tolle Gelegenheit, mal wieder drei Tage lang mit Freunden umeinanderzurennen.

von Denis Wischniewski

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