Warum Menorca 2026 zur Insel der Trailläufer wird

10. Februar 2026 •

Menorca wird 2026 zur festen Größe im europäischen Trailkalender. Der Camí de Cavalls verbindet Geschichte, Landschaft und Laufkultur zu einem Angebot für alle, die nicht nur Kilometer sammeln, sondern Orte verstehen wollen.
Man läuft anders, wenn man weiß, dass ein Weg älter ist als man selbst. Viel älter. Auf Menorca gibt es so einen Weg. Er heißt Camí de Cavalls, umrundet die Insel einmal vollständig und war ursprünglich dafür gedacht, sie zu verteidigen. Heute verteidigt er nichts mehr. Er zeigt.

185 Kilometer. Erde, Sand, Fels, Wald. Buchten, die morgens noch kühl sind, Klippen, an denen der Wind ungeduldig zieht, Weideland, das nach Salz riecht. Wer hier läuft, sieht die Insel nicht in Ausschnitten, sondern als Ganzes. Vielleicht ist das der Grund, warum Menorca im Jahr 2026 für Trailläufer plötzlich eine Rolle spielt, die sie nie laut beansprucht hat.
Menorca ist keine Insel der großen Gesten. Sie drängt sich nicht auf. Viele kennen sie vom Hörensagen, manche waren einmal hier, andere haben sie für später abgespeichert. Doch wer 2026 kommt, kommt nicht zufällig. Er kommt wegen der Läufe. Und bleibt wegen allem anderen.
Der Camí de Cavalls ist über 700 Jahre alt. Anfang der 2000er-Jahre wurde er wieder zugänglich gemacht, heute ist er durchgehend markiert, ganzjährig geöffnet und offiziell in 20 Etappen unterteilt. Inoffiziell ist er das, was Läufer aus ihm machen. Ein Trainingsrevier. Ein Wettkampf. Oder ein stilles Gespräch mit der Landschaft.
Die Trailrunning-Saison beginnt früh. Am 1. Februar verbindet der Trail dels Fars mehrere Leuchttürme der Insel. Der Start liegt am rauen Cap de Cavalleria, das Ziel in Ciutadella. 46 Kilometer für die einen, 21 oder 12 für die anderen. Es ist ein Lauf, der weniger von Dramatik lebt als von Präzision. Vom Licht. Vom Gefühl, dass der Winter hier etwas anderes bedeutet als anderswo.

Im März folgt der Trail del Nord. Frühling auf Menorca heißt: grünes Land, offener Himmel, wechselnder Wind. Die Strecke führt durch den Norden der Insel, vorbei an abgelegenen Buchten und alten Wegen. Das Ziel liegt in Ferreries. Dort endet der Lauf nicht einfach. Er geht über in Musik, Gespräche, Essen. Als müsse man nach so viel Landschaft erst wieder lernen, unter Menschen zu sein.
Im Mai verdichtet sich alles. Mehrere Tage, über 3.000 Läufer, acht Distanzen. Der Trail Menorca Camí de Cavalls ist kein einzelnes Rennen, sondern ein Zustand. Die große Runde über 185 Kilometer ist das, was viele anzieht. Manche laufen sie allein, andere teilen sie sich im Team. Dazwischen liegen kürzere Strecken entlang der Nord- oder Südküste. Jeder findet seine Länge. Und seine Grenze.
Nach dem Sommer, am 24. Oktober, schließt der October Trail den Kreis. Drei Starts, ein Ziel. Sport, Musik, ein Festival, das den Abschied von der Saison feiert, ohne melancholisch zu werden. Man läuft noch einmal. Und bleibt dann.

Menorca im Jahr 2026 ist kein Spektakel. Es ist ein Angebot. Für Läufer, die nicht nur Distanzen sammeln, sondern Orte. Für Menschen, die glauben, dass man eine Landschaft besser versteht, wenn man sie zu Fuß durchquert. Schritt für Schritt. Rundherum.

 

Stiftung „Fundació Foment del Turisme de Menorca“ gesponsert sowie aus dem Fonds der Steuer für nachhaltigen Tourismus der Regierung der Balearischen Inseln kofinanziert werden.

von Denis Wischniewski

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