Mehr Sicherheit auf den Trails dank LIVE-Tracking

18. August 2025 •

Ihr seid oft stundenlang in den Bergen unterwegs, abseits von Menschen und Zivilisation? Ein großartiges Gefühl, doch für jene, die Zuhause auf einen warten, oft das Gegenteil. Mit Live-Tracking könnt ihr euch tracken, also virtuell verfolgen, lassen. Bei Uhren bietet Garmin diese Funktion an, aber nur mit verbundenem Handy. Es gibt aber auch Systeme, die ohne Handyempfang funktionieren. TEXT: Harald Angerer

„Ich will einfach nur wissen, ob es dir noch gut geht.“ – Habt ihr diesen Satz vor einem Longrun in den Bergen von eurer Frau/Freundin, eurem Freund/Mann oder von euch nahestehenden Menschen nicht auch schon gehört? Ein nachvollziehbarer Wunsch. Dauernd anzurufen, ist da keine Lösung und würde wohl auf beiden Seiten für Stress sorgen. Dank moderner Technik gibt’s hier aber eine gute Lösung: Live-Tracking. Dabei wird euer Standort in Echtzeit oder in bestimmten Intervallen weitergeleitet.
Es gibt diesbezüglich zwei technische Lösungen. Von den gängigen Sportuhrenherstellern bietet aktuell nur Garmin richtiges Live-Tracking mit der Uhr an. Allerdings muss man dafür nicht nur ein Handy dabeihaben, dieses braucht auch Empfang. Letzterer ist nicht immer gegeben. Wenn man also öfter in Gegenden unterwegs ist, wo länger kein Handyempfang zu erwarten ist, dann bieten sich Satelliten-Kommunikationsgeräte an. Bei Garmin nennen sich diese Modelle InReach, die Firma Spot hat sich ganz auf solche Geräte spezialisiert.
Beide nutzen Satelliten-Kommunikationsanbieter. Im Fall von Garmin ist das Iridium und im Fall von Spot Globalstar. Hier gibt es einen großen Unterschied zwischen den Systemen, denn Iridium ist weltweit nahezu lückenlos nutzbar, Globalstar hat weiße Flecken auf der Weltkarte. In Europa aber sind beide flächendeckend verwendbar. Das Iridium-System besteht aus 66 Satelliten auf niedriger Erdumlaufbahn und ist die weltweit größte gewerblich genutzte Konstellation. Es wird als voll „vermaschtes“ Netzwerk betrieben, das sich ca. 780 Kilometer über der Erde befindet. Das heißt, man kann auch abseits der Mobilfunknetze Kontakt halten. „Senden und Empfangen von Nachrichten ist über das Iridium-Satellitennetz möglich. Je nach Standort und Umgebung können Nachrichten innerhalb von Sekunden gesendet oder empfangen werden, es kann aber auch bis zu 30 Minuten dauern“, erklärt dazu Lara Tapprich, Junior Category Manager bei Garmin DACH.

Um die Funktionen nutzen zu können, braucht es deshalb ein Abo, ähnlich wie bei einem Handyanbieter. Die Kosten variieren stark, je nachdem, welche Funktionen genutzt werden sollen. Sie starten bei 18 Euro monatlich. Bei InReach gibt es aber die Möglichkeit, das Abo zu pausieren, das spart Kosten, wenn man etwa über den Winter keine Longruns in den Bergen macht. Leider sind die Tarife etwas unübersichtlich und nicht wirklich auf Trailrunnerinnen und Trailrunner ausgerichtet: Am teuersten sind die Tarife mit einem guten Live-Tracking-Angebot, haben aber zusätzliche Funktionen, die meist nur Alpinistinnen und Alpinisten oder Abenteurerinnen und Abenteurer brauchen.
Ebenfalls einen großen Unterschied im wahrsten Sinn des Wortes gibt’s bei der Größe der Garmin-InReach- und Spot-Geräte. Der kleinste Spot ist der Gen 4 und der ist bereits um einiges größer als der InReach Mini 2 von Garmin. Zudem hat dieser einen Akku und der Gen 4 arbeitet mit Batterien. Generell ist der Garmin deutlich nutzungsfreundlicher. Er hat ein kleines Display, man kann alles auf dem Gerät einstellen und starten. Oder eben die dazu passende Garmin-App nutzen. Natürlich kann man den Mini 2 auch mit seiner Garmin-Uhr verbinden und über diese steuern. Im Gegensatz zum Live-Tracking mit der Uhr ist man mit den Satelliten-Kommunikationsgeräten allerdings nicht richtig „live“. Der Standort wird stattdessen alle fünf Minuten oder auch nur alle 30 Minuten gespeichert. Das ist dann eine Kostenfrage, denn je kürzer das Intervall, desto teurer der Vertrag.
Beide Geräte könnte man einfach in die Laufweste packen. Allerdings sollten sie eine möglichst freie Sicht zum Himmel haben, das erhöht die Genauigkeit. Doch funktionieren die Geräte überall? „Grundsätzlich ja, aber ein Gebiet, das von Bergen, dichten Bäumen, Gebäuden oder anderen festen Strukturen umgeben ist, verlängert die Zeit, die für das Senden und Empfangen von Nachrichten oder das Auffinden von Punkten benötigt wird. Wolken haben keinen Einfluss auf die Kommunikation zwischen den Iridium-Satelliten und dem InReach-Gerät“, sagt Garmin-Frau Tapprich.

Über eine eigene Homepage können dann die Menschen, denen du einen Link vor dem Loslaufen geschickt hast – das funktioniert automatisch, sobald du einen Kontakt angegeben hast –, auf einer Karte deinen Standort sehen. „Sowohl LiveTrack als auch MapShare zeigen während einer InReach-Aktivität deinen Standort auf einer Karte an, sodass andere Personen dich auf deiner Tracking-Seite mitverfolgen können“, erklärt Tapprich. Und keine Sorge, den Standort sehen nur Leute, die deinen Link haben. Du kannst es zudem komplett freischalten oder den Zugang mit einem Code ermöglichen. Auch hier ist die Handhabung einfach. Über die eigene „Messenger App“ können auch Nachrichten an das InReach-Gerät geschickt werden. Inzwischen funktioniert es auch bei manchen Garmin-Uhren, dass man beim Live-Tracking Nachrichten an die Laufende oder den Laufenden schicken kann. Natürlich kann man auch eine Notfallmeldung absetzen. Im Fall von Garmin erreichst du dabei das sogenannte Garmin Response. Es unterhält eine globale Datenbank mit lokalen Ersthelferinnen und Ersthelfern und alarmiert diese lokalen Helferinnen und Helfer, das heißt Bergrettung oder Bergwacht in Österreich und Deutschland. Vor allem in den touristischen Teilen der Alpen kommt man mit dem Live-Tracking auf der Uhr sicher gut durch, hier gibt es meist Handynetzabdeckung. Die Nutzung über die Uhr ist denkbar einfach und mit keinen zusätzlichen Kosten verbunden. Wer aber wirklich öfter in abgelegenen Gegenden unterwegs ist, sollte sich die Satelliten-Kommunikationsgeräte mal genauer anschauen. Die Benutzung ist vor allem bei Garmin einfach und man hat wirklich weltweit flächendeckend Kontakt zur Außenwelt, was – für alle Beteiligten – ein ziemlich beruhigendes Gefühl sein kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Senden und Empfangen von Nachrichten ist über das Iridium-Satellitennetz möglich. Je nach Standort und Umgebung können Nachrichten innerhalb von Sekunden gesendet oder empfangen werden, es kann aber auch bis zu 30 Minuten dauern“, erklärt dazu Lara Tapprich, Junior Category Manager bei Garmin DACH.

von admin

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