An einem warmen Freitagabend Ende des Sommers trifft sich die Szene und der Breitensport im besten Sinne im Olympiapark. INTERSPORT hat zum ersten Urban Trail eingeladen, und mehr als 700 Menschen sind gekommen. Fünf Kilometer oder zehn. Einmal oder zweimal durch den Park, rauf auf den Olympiaberg, hinab über Treppen und Wiesen. Ein Kidsrun eröffnet den Abend, später laufen Stirnlampen-Ketten durch die Dunkelheit. Zwischen Expo-Ständen von Adidas, Salomon, Hoka, Nike, Lowa, Altra, Asics und New Balance, und während in der gegenüberliegenden Olympiahalle ein Cro-Konzert tobt, feiert sich draußen der Laufsport. München im Kontrastprogramm.
Ich stehe mit rund 340 anderen am Start der Fünf-Kilometer-Distanz. Der Himmel ist rosa, das Licht gerade noch ausreichend, keine Stirnlampe nötig. Ultratrails in den Alpen habe ich diesen Sommer schon hinter mir, um Zugspitze und Mont Blanc. Heute: der Olympiaberg. Fünf Kilometer, klingt nach Aufwärmen. Aber nach zweihundert Metern drückt der Puls, nach zwei Minuten brennt die Lunge.
Die Strecke ist kurz, intensiv, direkt. Man überholt, man wird überholt. Treppen hoch, Wiesen runter, einmal um den Hügel herum und ganz hinauf. Irgendwo schreit jemand: „Komm, noch ein Stück!“ Es ist Laufsport in seiner besten Form: Anfänger:innen, alte Hasen, ein paar Raketen ganz vorne. Ich höre meine eigene Atmung, hart und jammernd, aber ich laufe weiter. Im Ziel dann Platz 17, völlig verausgabt – und trotzdem grinsend.
Die Fünf-Kilometer-Distanz ist vorbei, die Zehner gehen an den Start. Stirnlampen huschen wie Glühwürmchen durch den Park. Magisch, fast feierlich. Poetisch. Ich ärgere mich, dass ich nicht den doppelten Spaß gebucht habe. Aber vielleicht ist das das Schöne: sich nach dem Ziel schon auf das nächste Mal zu freuen.
Später treffe ich den Organisator Benjamin Joas und Intersport-Kommunikationschefin Katharina Janke. Beide strahlen. München war ein Test – und er hat funktioniert. Die Pläne gehen weiter: 2026 soll der Urban Trail in Serie gehen, mehrere Städte, mehrere Parks, mehrere Abende wie dieser.
Die Pläne gehen weiter: 2026 soll der Urban Trail in Serie gehen, mehrere Städte, mehrere Parks, mehrere Abende wie dieser.
Und das passt. Trailrunning hat sich längst geöffnet. Es ist nicht mehr nur Sport für Bergfexe mit Stöcken und Rucksack, sondern eine Bewegung, die niedrigschwellig beginnt. Für Jugendliche, für Menschen, die zum ersten Mal Trail unter den Füßen spüren. Für alle, die mehr suchen als eine flache Asphalt-Runde. Vielleicht ist es genau diese Mischung: ein bisschen Natur, ein bisschen Stadt, ein bisschen Festival. Und mittendrin das, was zählt – der Lauf, das Herz, die brennende Lunge.
In der aktuellen Diskussion, wo und wie die UTMB-Serie hinwächst, ob Trail olympisch wird, ob die WM für Profis noch wichtiger werden wird, ist für uns so ein Event wie dieser mindestens genauso interessant. Trailrunning als ein in Zukunft selbstverständliche Sportart, zwischen Fußball, Schwimmen, Tennis und co.
Wir freuen uns auf die Termine 2026. In Berlin? In Hamburg und Köln? Und ganz unbedingt wieder in München. Danke.
https://www.intersport.de/d/content/events/urban-trail-run
Alle Resulate hier:
https://my.raceresult.com/336303/