Acht Champions jagen Gold bei der WM in Canfranc-Pirineos 2025

22. September 2025 •

WMTRC ab dem 25.9.2025 Im September verwandeln sich die Pyrenäen in Aragón in eine riesige Trailruning-Bühne: Die Mountain & Trail Weltmeisterschaften kommen nach Canfranc! Hier trifft sich die absolute Weltelite des Berg- und Trailrunnings. Viele von ihnen haben schon bei den letzten beiden Austragungen in Chiang Mai (Thailand, 2021) und Innsbruck (Österreich, 2023) Medaillen geholt. 58 Männer starten mit 900 und mehr ITRA Punkten, bei den Damen sind 11 mit 800 und mehr ITRA Punkten ausgestattet.
Zum dritten Mal gibt’s dieses noch junge, aber jetzt schon legendäre Mega-Event, bei dem Berglauf und Trailrunning in einer WM vereint werden. Canfranc selbst – bekannt als „die schönste und bergigste internationale Trail-Destination Europas“ – wird Gastgeber für 73 Nationen mit rund 1.600 Athletinnen und Athleten. Und die Strecke? Ganz sicher atemberaubend schön – aber auch gnadenlos anspruchsvoll.
Viele Stars der Szene kommen zurück, um ihre Titel zu verteidigen oder neue zu holen. Von den 48 Medaillen der letzten beiden Jahre sind 24 Medaillengewinner:innen wieder am Start. Kurz gesagt: Ein echtes Allstar-Battle. Wer hätte gedacht, dass sich in unserem Sport die WM neben dem UTMB so sehr etabliert.

UPHILL: Kipngeno will das Triple

Die Uphill-Strecke ist nur 7 km lang – aber hat satte 1.000 Höhenmeter. Von der grünen Talsohle der Canfranc Station geht’s gnadenlos rauf bis ins alpine Terrain von La Moleta. Kein Zickzack – einfach senkrecht hoch.

Favorit ist der Kenianer Patrick Kipngeno. Er hat 2021 und 2023 schon Gold geholt und will jetzt den Hattrick klarmachen. Sein Laufstil ist so locker, dass selbst steilste Wände wie flache Autobahnen wirken. Mit dabei ist auch seine Landsfrau Philaries Kesang (Silber 2023) – sie war die große Überraschung in Innsbruck.

Außerdem starten die Schweizerin Maude Mathys (Bronze 2021) und der Spanier Álex García Carrillo, der auf heimischem Boden natürlich extra motiviert ist.

CLASSIC: Kenia schielt aufs Doppel

14 Kilometer, 750 Höhenmeter – ein brutaler Mix aus kurzen Rampen, technischen Downhills und null Erholung. Wer hier durchkommt, „gewinnt“ nicht, er überlebt nur schneller als die anderen.

Spannend: Die beiden Innsbruck-Siegerinnen Grayson Murphy und Tove Alexandersson wechseln in die Short Trail-Distanz. Damit ist das Frauenrennen offen wie nie. Beste Chancen hat Joyce Njeru aus Kenia (Bronze 2023).

Bei den Männern will Philemon Kiriago (ebenfalls Kenia) nach seinem Silber 2023 diesmal Gold holen. Sein aggressiver Stil trifft in Canfranc auf die technisch starken Europäer – das verspricht ein packendes Duell.

SHORT TRAIL: Angermund jagt den Hattrick

45 Kilometer, 3.600 Höhenmeter – das ist eigentlich schon eine halbe Ultra. Luftige Grate, endlose Downhills und knallharte Hochgebirgspassagen.

Der Mann, den alle schlagen wollen: Stian Angermund aus Norwegen. Er ist schon Doppel-Weltmeister (2021 & 2023) und will jetzt die Triple-Krone. Doch Konkurrenz gibt’s reichlich: Thomas Roach (GB, Silber 2023) und Luca del Pero (Italien, Bronze 2023) sind heiß auf mehr.

Bei den Frauen will Denisa Dragomir (Rumänien, Gold 2021) zurück auf den Thron. Herausgefordert wird sie u. a. vom Schweizer Trio Wyder–Leboeuf–Mathys. Und dann sind da noch Murphy und Alexandersson, die von der Classic auf die längere Strecke wechseln – ein mutiger Schritt, der entweder glorreich oder krachend enden kann.

LONG TRAIL: Peterman vs. Roubiol

80 Kilometer, 6.000 Höhenmeter – ein absolutes Brett. Schnee, Pässe, endlose Downhills, die einem die Zehennägel ruinieren. Hier zählt weniger Speed, sondern Durchhaltevermögen und Köpfchen.

Top-Duell: Adam Peterman (USA, Gold 2021) gegen Benjamin Roubiol (Frankreich, Gold 2023). Peterman läuft wie eine Maschine – gleichmäßig und unaufhaltsam. Roubiol ist der Stratege, der jeden Bergzug wie eine Schachpartie angeht.

Dazu kommen starke Herausforderer wie Andreas Reiterer (Italien, Silber 2023) und Peter Frano (Slowakei, Bronze 2023). Besonders spannend: Jim Walmsley, der 2019 Short-Trail-Weltmeister wurde, versucht sich erstmals über 80 km. Bei ihm weiß man nie – entweder Weltklasse oder Totalausfall.

Bei den Frauen stehen Ida Nilsson (Schweden, Silber 2021), Katarina Hartmuth (Deutschland, Silber 2023) und die Spanierin Gemma Arenas im Fokus. Arenas bringt nicht nur Erfahrung, sondern auch die Unterstützung des heimischen Publikums mit – und das kann in Canfranc Gold wert sein.

Das Deutsche DLV-Team, unsere Auswahl der besten Trailrunnerinnen und Trailrunner der Nation, hat gute Chancen im Weltklassefeld mitzumischen. Laura Hottenrott, Katharina Hartmuth oder Rosanna Buchauer haben Medaillenchancen! Wir berichten gemeinsam mit Marcel Geisler (Longtrail) in einem Video-Daily (Instagram) von den Tagen in Canfranc und natürlich in TRAIL 6/25 ab 20 Oktober in einer Print-Reportage.

News: 2027 finden die 2027 World Mountain and Trail Running Championships übrigens in Kapstadt, Südafrika statt.
von Denis Wischniewski

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